FEUERWEHR
KRONACH FORDERT:
Nach einem Jahr der
Zurückhaltung:
Gerätehaus dringend angemahnt
Kommandant Burkhard Grebner: Zumindest eine Planung könnte erfolgen
Die Feuerwehr Kronach war im vergangenen Jahr bei 169
Einsätzen, informierte Kommandant Burkhard Grebner. Darunter waren 30
Brandeinsätze. Einmal musste die Wehr zu einem Großbrand ausrücken. 75 Mal
wurde technische Hilfe geleistet, wobei 27 Mal Öl auf der Fahrbahn beseitigt
wurde. Insgesamt acht Mal gab es
Fehlalarme, die allesamt ohne böswillige Absicht ausgelöst wurden. 53
Sicherungswachen wurden gestellt. Insgesamt wurden 1724
Feuerwehrdienstleistende eingesetzt, die 2112 Stunden Dienst leisteten.
Einen großen Stellenwert nahm im vergangenen Jahr wieder die Ausbildung ein.
Grebner berichtete von einer Vielzahl von Schulungen, Übungen und
Lehrgängen. Den Truppmann-Truppführerlehrgang besuchten Matthias Bauer,
Thomas Grebner, Martin Schedel, Stefan Schmidt und Dirk Söhnlein.
Am 5. Juli
besichtigte Kreisbrandinspektor Joachim Ranzenberger die Kronacher Wehr.
Eine weitere Unterbringung im jetzigen Gerätehaus wurde als problematisch
angemerkt. Zusätzlich zu den sieben Fahrzeugen stehen sieben Anhänger im
Gerätehaus. Auch das Gerätehaus in der Siedlung weise Mängel auf. Die
Planung und der anschließende Neubau eines Feuerwehrgerätehauses seien
dringend nötig. "Trotz knapper Kassen muss der Gerätehausneubau
baldmöglichst in Angriff genommen werden", betonte Grebner.
Die Einsatzübung
am Kaspar-Zeuß-Gymnasium wurde als "sehr gut" bewertet. Hohe Motivation und
exakte Einzelausbildung wurden extra gelobt.
An der
Feuerwehrschule absolvierte Ralf Weidenhammer den Lehrgang zum
Atemschutzlehrer und Martin Panzer den Lehrgang "Leiter einer Feuerwehr".
Stellvertretender
Kommandant Gottfried Möller unterstützte finanziell die Jugendfahrten.
Walter Wicklein spendierte die Verpflegung. Auch Heinz Schmidt unterstützte
die Fahrten der Jugend. Kommandant Burkhard Grebner spendierte seiner Wehr
ein Fensteröffnungsgerät und einen Stromerzeuger, zu dessen Anschaffung auch
Dr. Kerstin Sperschneider beitrug. Stellvertretender Kommandant Martin
Panzer startete auch eine Spendenaktion zur Anschaffung einer
Wärmebildkamera, die 10.000 Euro kostete. 75 Firmen, Arztpraxen und
Kanzleien wurden angeschrieben, von denen 44 halfen. Dank deren
Unterstützung konnte eine Wärmebildkamera angeschafft werden. Diese helfe
den Atemschutztrupps beim Orten von Personen und erleichtere die Ortung von
Bränden und Glutnestern. Dank wurde auch Ralf Weidenhammer gezollt, der sich
für den Internetauftritt engagiert. Stefan Wicklein versorgt ihn stets mit
Bildmaterial.
Nachdem die Wehr
sich wegen der Finanzlage der Stadt im vergangenen Jahr zurückhielt, sprach
Kommandant Grebner das Vorhaben heuer wieder deutlich an. Natürlich seien
die Finanzen der Stadt weiterhin schlecht. Aber trotz dieser finanziellen
Lage führe die Stadt noch immer Baumaßnahmen durch. Bei allen Planungen lese
man aber nichts von einem Feuerwehrhaus. "Uns ist klar, dass bei der
jetzigen wirtschaftlichen Lage kein Bau möglich ist, jedoch könnte eine
Planung erfolgen", betonte Grebner.
Beim Landkreis
mahnte Grebner drei Bundesfahrzeuge als ABC-Schutzkomponente an, die schon
seit mehr als zehn Jahren versprochen seien. Für den Landkreis Kronach
sollte eine Dekontaminationslösung gefunden werden.
Neben seinen
gesetzlichen Aufgaben gelte die Arbeit des Feuerwehrvereins der
Aufrechterhaltung der Kameradschaft sowie der Beschaffung der notwendigen
finanziellen Mittel, erläuterte der Vorsitzende der Feuerwehr Kronach, Georg
Hugel. Die Mittelbeschaffung werde immer schwieriger. Fördernde Mitglieder
gewinne man immer seltener. Auch die Mittel der Stadt würden immer knapper.
Noch müsse die
Kronacher Feuerwehr nicht zu laut jammern, da sie mit 363 Vereinsangehörigen
noch einen zufrieden stellenden Mitgliederstand habe. Darunter sind 83
aktive Wehrmänner und neun Feuerwehranwärter, zwei Feuerwehrärzte, 45
passive Feuerwehrmänner und 224 fördernde Mitglieder. Gerade im Bereich der
fördernden Mitglieder sei mit einer stetigen Abnahme durch Tod oder
Schwierigkeiten bei Geschäften und Firmen zu rechnen.
"Die Kronacher
Feuerwehr war wieder bei allen weltlichen und kirchlichen Festen präsent",
erinnerte Hugel. Lange Zeit musste um die Weihnachtsfeier gebangt werden, da
auch der Hauptspender ausfiel. Aber alle halfen zusammen und so wurde die
Feier noch ein großes Erlebnis.
Der Vorstand
absolvierte eine Vielzahl von Terminen und Treffen. Hugel hob besonders die
Seniorenarbeit hervor. Besondere Freude machte diesen Kamerad Heinz Schmidt,
der anlässlich seiner Ehrung für 40-jährige aktive Dienstzeit den Senioren
eine Omnibusfahrt nach Sitzendorf spendierte. "Wo die Not am größten, ist
unser Heinz am nächsten", lobte Hugel. Ausdrücklich dankte der Vorsitzende
allen, die sich für die Wehr engagierten. "Nur gemeinsam sind wir stark und
in der Lage, die Geschicke des Vereins auch in Zukunft zu meistern"
appellierte er an alle.
Für die Zukunft
kündigte Georg Hugel an, dass auch die Feuerwehr Kronach stärker sparen
muss. Die Kameradschaft solle darunter aber nicht leiden. Heuer werden
Abordnungen den Florianstag am 4. Mai in Thonberg besuchen sowie das
75-jährige Jubiläum des Patenvereins Seelach (11. und 12. Juni).
Kassenverwalter
Friedrich Schedel (seit 34 Jahren in diesem Amt) informierte über die
Kassenlage und über die rückläufige Mitgliederzahl. Der Verein konnte so
manches für die aktive Wehr anschaffen. Die Kassenprüfer Hans Hutzl und
Helmut Bär bescheinigten eine hervorragende Kassenführung.
50 aktive
Atemschutzgeräteträger habe die Kronacher Wehr, berichtete Karl-Heinz Pohl
(Atem- und Strahlenschutz). Vier absolvierten im vergangenen Jahr den
Lehrgang auf Landkreisebene. Jürgen Panzer und Klaus Prockl besuchten im
vergangenen Jahr alle Schulungen.
Die
Jugendfeuerwehr hatte im vergangenen Jahr keine Zu- und Abgänge zu
verzeichnen, informierte Karl-Heinz Lieb. So bleibt die Zahl bei 13
Jugendlichen. Er erinnerte an eine Vielzahl von Aktivitäten. Die
Jugendlichen waren sehr aktiv und legten vier verschiedene Prüfungen ab.
Auch er bemängelte die Platzsituation im Gerätehaus. Gottfried Müller und
Stefan Wicklein unterstützen ihn als Stellvertreter.
Als Coach der
Fußballmannschaft berichtete Hubert Pohl. Zum Team gehören 25 Spieler,
darunter elf Vereinsspieler. Insgesamt gab es 30 Spiele.
Als neuer
Schriftführer wurde Gerwin Lieb als Nachfolger von Karl-Heinz Lieb gewählt.
SEIT 60 JAHREN IM DIENST DER GUTEN SACHE
Georg Hugel ist Motor der Kronacher Feuerwehr
Er ist der Motor
der Kronacher Feuerwehr: Vorsitzender Georg Hugel wurde jetzt für 60-jährige
Mitgliedschaft geehrt. Langanhaltender Applaus zeigte die herausragende
Wertschätzung, die Georg Hugel genießt.
Bereits mit 14
Jahren meldete sich der "Schorsch" 1945 beim damaligen Kommandanten
Bäckermeister Georg Hermann zum Feuerwehrdienst, erinnerte 2. Vorsitzender
Stefan Wicklein. "Es war eine der schwersten Zeiten in der Geschichte
unserer Wehr und nur einige wenige waren bereit, nach den Wirren und dem
Elend des Zweiten Weltkrieges wieder in eine Uniform zu schlüpfen. Doch
unser Schorsch war mit Feuereifer dabei und wurde zu einem begeisterten
Feuerwehrmann. Er durchlief die Stationen der damaligen Ausbildung an den
vorhandenen - teilweise primitiven - Gerätschaften und kam schon bald zum
Motorlöschzug." Bereits 1949 wurde er zum Löschmeister ernannt und
absolvierte 1950 seinen ersten Lehrgang zum Maschinisten an der
Feuerwehrschule Regensburg. Später folgten alle Führungslehrgänge bis hin
zum alten Oberstufenlehrgang. Nach Ausscheiden seines Vaters als Kommandant
war es dann auch nicht verwunderlich, dass die Mannschaft ihn am 18. März
1963 zum Nachfolger wählte.
Georg Hugel hatte
die große Aufgabe, den Wandel der Kronacher Feuerwehr von einer einfachen
Feuerlöscheinrichtung zu einer modernen Hilfeleistungsorganisation mit ihren
weit gefächerten Aufgabenbereichen zu vollziehen. Bahn brechend war hier
insbesondere seine Arbeit auf dem Gebiet der Technischen Hilfeleistung und
Unfallrettung. Hier hatte die Feuerwehr Kronach eine Vorreiterstellung in
ganz Bayern. Erwähnt sei hier beispielhaft die Anschaffung eines der ersten
Rettungsspreizer der amerikanischen Firma Hurst kurz nach dessen
Markteinführung 1975, mit dem unzählige Personen im ganzen Landkreis und
darüber hinaus aus ihren Fahrzeugen befreit werden konnten. Aber auch andere
neue Sonderaufgaben wie Atem-, Chemie- und Strahlenschutz wurden von ihm
vorangetrieben und ausgebaut. Zu einem Höhepunkt in seiner Aufbauarbeit
zählt die Schaffung der ersten Atemschutz-Übungsanlage Oberfrankens im
Gerätehaus der Wehr 1985.
Auch am
Gerätehausneubau am Martinsplatz 1968/69 war Kommandant Georg Hugel
maßgeblich beteiligt. Die Liste der Gerätschaften und Fahrzeuge, die während
seiner Zeit als Kommandant neu in Dienst gestellt werden konnten, ist lang.
Hier sei nur beispielhaft der Kauf der ersten Drehleiter im Landkreis 1973
erwähnt.
Auch auf
Kreisebene wurden seine Führungsqualitäten früh erkannt. So wurde er 1966
zum Kreisbrandmeister des damaligen Unterkreises I ernannt. 1973 wurde er
zum Kreisbrandinspektor und Stellvertreter des Kreisbrandrates ernannt. Auch
dieses Amt hatte er bis zu seinem altersbedingten Ausscheiden 1991 inne.
Aber auch im Ruhestand ruhte er sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und
übernahm den Vorsitz des Feuerwehrvereins, den er bis heute führt. "Kurz
gesagt - er war und ist der Motor des Vereins", unterstrich Wicklein. Ein
besonderes Anliegen sei ihm der Weiterbestand der Kameradschaft nach dem
Ausscheiden aus dem aktiven Dienst. Hier gründete er 1996 den
Zusammenschluss der Feuerwehr-Senioren, denen er jedes Jahr ein
reichhaltiges Programm bietet. Viele Ehrungen hat er schon erhalten und
dürfte wohl der höchstdekorierteste Feuerwehrmann des Landkreises sein.
Seine Feuerwehrkameraden wollten ihm nun etwas Besonderes schenken. Vor dem
Ersten Weltkrieg habe der damalige Kommandant Johann Baptist Thron eine
besondere Urkunde bekommen. Diese wurde nun als Faksimile für Georg Hugel
gestaltet. "Diese Urkunde soll auch das Ansehen widerspiegeln, dass du in
der Feuerwehr Kronach und weit darüber hinaus genießt", erklärte Wicklein.
Bei seinem
Eintritt sei man für jedes Mitglied dankbar gewesen, erinnerte sich Georg
Hugel. "Ich habe nur versucht, meine mir selbst auferlegte Pflicht zu tun",
betonte er. "Wer nichts für andere tut, der tut auch nichts für sich
selbst!"
BEI DER
HAUPTVERSAMMLUNG
Es hagelte ganz, ganz viele Ehrungen
"Bei der Kronacher
Feuerwehr stimmt alles", freute sich Bürgermeister Manfred Raum. Für das
Gerätehaus gebe es bereits Überlegungen. Vielleicht lasse sich heuer sogar
die Grundstücksfrage klären. Leider habe die Stadt Schwierigkeiten und suche
deshalb nach anderen Finanzierungsmöglichkeiten. "Vielleicht kommen wir in
dem Jahr doch einen kleinen Schritt weiter!"
Landrat Oswald
Marr würdigte die Einsatzbereitschaft der Kronacher Wehrleute. In vielen
Bereichen sei Kronach die dominante Feuerwehr im Landkreis. Für 25-jährige
aktive Dienstzeit zeichnete er Ralf Tittel mit dem Staatlichen Ehrenzeichen
aus.
Bürgermeister
Manfred Raum ehrte Alexander Fritsch, Michael Kätzel, Berthold Lobewein und
Florian Pohl mit dem Verdienstabzeichen in Bronze. Das Verdienstabzeichen in
Silber erhielt Markus Stöckert. Sascha Schmidt bekam das Verdienstabzeichen
in Gold. Ein Präsent erhielt Martin Panzer, ein Buch
Günter May. Für
zehnjährige Mitgliedschaft im Verein wurden Christian Reuß und Sascha
Schmidt geehrt, für 20-jährige Mitgliedschaft Peter Höhne, Gerwin Lieb und
Horst Schütz, für 25-jährige Mitgliedschaft Ralf Tittel, für 30-jährige
Zugehörigkeit Hubert Bosch, Ludwig Klinger, Karl-Heinz Lieb und Hubertus
Pohl. Für 50-jährige wurde Roland Wollner ausgezeichnet und für 60-jährige
Mitgliedschaft der Vorsitzende Georg Hugel.
Zum Feuerwehrmann
befördert wurden Matthias Bauer, Sebastian Dittrich, Martin Schedel und
Roland Schmidt. Zum Oberfeuerwehrmann wurden Matthias Karl und Christian
Reuß befördert. Hauptfeuerwehrmann wurde Matthias Nüßlein. Löschmeister
wurden Christian Büttner, Gerwin Lieb und Stefan Wicklein. Oberlöschmeister
wurden Karl-Heinz Lieb und Thomas Porzelt. Brandmeister wurden Gerätewart
Georg Panzer und Martin Panzer. Zum Oberbrandmeister wurde Gottfried Möller
befördert.
Ehrungen und
Ärmelabzeichen erhielten Christian Reuß und Sascha Schmidt (zehn Jahre),
Peter Höhne, Gerwin Lieb, Horst Schütz (20 Jahre), Ralf Tittel (25 Jahre),
Hubert Pohl, Karl-Heinz Lieb, Ludwig Klinger (30 Jahre), Roland Wollner (50
Jahre) und Georg Hugel (60 Jahre).
Bericht: Rainer Glissnik, Neue Presse
Fotos: Rainer Glissnik, Neue Presse,
Karl-Heinz Hofmann, Fränkischer Tag
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