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Die neuen Vorsitzenden
1. Vorsitzender Stefan Wicklein u 2. Vorsitzender Gottfried Möller
Die Geehrten:



Kronach – „Georg Hugel hat Feuerwehrgeschichte
geschrieben“, über 60 Jahre wirkte er an maßgeblichen Stellen in der Kronacher
Feuerwehr mit. Dies betonte Stefan Wicklein, der zum neuen 1. Vorsitzenden der
Freiwilligen Feuerwehr Kronach gewählt wurde. Im Herzen seiner Feuerwehrleute
war der im vergangenen Jahr verstorbene Georg Hugel bei der
Jahreshauptversammlung der Kronacher Feuerwehr einfach dabei, dies wurde immer
wieder deutlich.
„Überschattet wurde das vergangene Vereinsjahr durch den Tod unseres 1.
Vorsitzenden Georg Hugel“, erinnerte Stefan Wicklein. Er dankte allen, die dem „Hugels
Schorsch“ die letzte Ehre erwiesen hatten. „Was der Georg Hugel in seinem Leben
für das Feuerwehrwesen geleistet hat, das konnte ihm niemand vergelten und wird
ihm so schnell niemand nachmachen. Sein Ableben hat eine große Lücke in unseren
Reihen hinterlassen.“ Als 2. Vorsitzender habe er versucht, sich einzuarbeiten
und die laufenden Geschäfte fortzuführen. In geheimer Wahl wurde jetzt Stefan
Wicklein ohne Gegenstimmen als neuer 1. Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr
Kronach gewählt. Neuer 2. Vorsitzender ist Gottfried Möller.
Anlass zu Bedenken gebe trotz zahlreicher Neuwerbungen die Entwicklung der
fördernden Mitglieder. Hier sei die Altersstruktur sehr hoch und die Feuerwehr
verliere treuer Förderer durch deren Tod. Was früher noch eine Frage der Ehre
gewesen sei, dass fast jeder Bürger und die meisten Geschäftsleute Mitglied in
der Feuerwehr waren bedürfe heute oft viel Überredungskunst und Beharrlichkeit.
Vergangenen November wurde eine große Werbeaktion durchgeführt und mehr als 400
Firmen aus der Kernstadt und aus Ziegelerden um Unterstützung gebeten. Auch
politische Mandatsträger und Kandidaten aus der Kernstadt wurden angeschrieben.
37 neue Mitglieder konnten so geworben werden. Auch künftig sollen neue
fördernde Mitglieder geworben werden, um die vielfältigen Aufgaben von der
Jugendbetreuung über die Ausbildung bis zur Anschaffung von
Ausrüstungsgegenständen mitzufinanzieren. „Letztlich muss sich jeder klar sein,
dass jeder Euro, den er an die Feuerwehr gibt, im Notfall ihm selbst zugute
kommt“, betonte Stefan Wicklein.
Die Freiwillig Feuerwehr Kronach hat 87 aktive Mitglieder, 51 passive Mitglieder
und 248 fördernde Mitglieder. Dies bedeute einen Zuwachs von 43 Mitgliedern. Der
Feuerwehrverein habe auch im vergangenen Jahr wieder die Ausbildung und die
Ausrüstung unterstützt. So wurden eine computergestützte EDV-Überwachung für den
Atemschutz und ein Rauchabschluss übergeben. Ein besonderer Dank galt allen
Spendern, von denen sich Vorsitzender Wicklein namentlich bei der Firma Scholz
Gundelsdorf, Familie Raschpichler von der Sternapotheke und bei Kommandant
Burkhard Grebner bedankte.
Die Kronacher Feuerwehr bereicherte auch wieder das gesellschaftliche Leben in
der Stadt. Mit der IG Obere Stadt und den Freien Turnern wurde ein Beitrag zum
Altstadtfest geleistet. Die alte Saug- und Druckspritze von 1882 fuhr mit
Kindern besetzt beim Kinderfest mit. Hans Spindler stellt hier seine Pferde zur
Verfügung. Für das Oktoberfest stellte Ursula Riegel den Saal der Jugendherberge
zur Verfügung. Abschluss war die Weihnachtsfeier im Schützenhaus, die von den
Kronacher Musikanten und Melanie Tittel gestaltet wurde. Die Fußball- und
Jugendabteilung hatten wieder ein umfangreiches Programm.
Die Kronacher Wehr habe 48 aktive Atemschutzgeräteträger, informierte Karl-Heinz
Pohl. Zahlreiche Einsatzübungen wurden absolviert. Der Gefahrgutausbildungszug
der Bahn machte drei Tage Halt in Kronach. Etliche Feuerwehrleute hatten eigens
Urlaub für diese Ausbildung genommen. In Industrie- und Medizin gebe es immer
mehr Geräte mit nuklearer Strahlung, weshalb die Feuerwehren Tettau und Kronach
hierfür ausgestattet seien. Sechs Kameraden bildeten sich im
Flash-over-Container Fire Dragon fort. Bei sieben Einsätzen war der
Atemschutztrupp dabei.
Leider wurden es nicht mehr Jugendliche, bedauerte Jugendwart Karl-Heinz Lieb.
Einige wurden an die aktive Wehr abgegeben. Zum Jahresende hatte die
Jugendfeuerwehr Kronach acht Jugendliche. 26 Veranstaltungen gab es während des
vergangenen Jahres. Im Rahmen von „Drei Tage Zeit für Helden“ wurden im
Pfarrzentrum verschiedene Arbeiten durchgeführt. Nur weil alle sich enorm
engagierten konnte diese Aufgabe ausgeführt werden. Die Deutsche
Jugendleistungsspange und der Wissenstest wurden abgelegt. Nach 16 Jahren in
diesem Amt gab Karl-Heinz Lieb die Aufgabe des Jugendleiters an Sascha Schmidt
weiter.
Der seit 1984 bestehenden Fußballmannschaft gehören derzeit 29 Spieler an, von
denen zwölf aktiv in Vereinen spielen, berichtete Coach Hubert Pohl. Vier Siege,
sechs Unentschieden und fünf Niederlagen seien zu verzeichnen. Zum 16. Mal waren
die Feuerwehr-Fußballer beim Loewe-Pokal dabei, wo sie einen 8. Platz belegte.
Seniorenbeauftragter Hans Hutzl erinnerte an das abwechslungsreiche Programm. 32
Männer und Frauen gehören derzeit dieser Gruppe an, die sich auch heuer wieder
vieles vorgenommen hat.
Es sei wichtig, die Zahl der fördernden Mitglieder zu halten, machte Kassierer
Friedrich Schedel deutlich. Die Kassenprüfer Hans Hutzl und Helmut Bär
bescheinigten eine tadellose Kassenführung.
Mit der Neuwahl von Stefan Wicklein und Gottfried Möller als Stellvertreter habe
die Freiwillige Feuerwehr Kronach neue Akzente gesetzt, betonte Bürgermeister
Manfred Raum. Die Feuerwehr sei ungemein wichtig für die Stadt. Die Leistungen
verdienten Respekt und Anerkennung.
Hinsichtlich eines neuen Feuerwehrgerätehauses seien einige Weichen gestellt
worden und nun komme es darauf an, dass sein Nachfolger im Bürgermeisteramt es
möglichst geschickt anstelle, um die Wünsche erfüllen zu können. Am Kaulanger
müsste noch einiges an Flächen dazu gewonnen werden. Ergab zu überlegen, ob es
nicht sinnvoll sein könnte, das Feuerwehrgerätehaus an unterschiedlichen Stellen
aufzuteilen. Zentrale Frage sei die Finanzierung. Auch ein Leasing eines
Gebäudes wäre anzudenken. Es sei für uns alle wichtig, dass die Feuerwehr
optimale Voraussetzungen habe.
Die Kronacher Mannschaft bereite ihm immer sehr viel Freude, unterstrich
Kreisbrandinspektor Bernd Steger. Namens der Kreisbrandinspektion wünschte er
den neuen Vorsitzenden alles Gute. In Kronach herrsche vorbildliche
Kameradschaft und eine enorme Einsatzbereitschaft.
Die Kronacher Feuerwehr sei das Zentrum der Wehren im Landkreis Kronach, lobte
Landrat Oswald Marr. Hier werde viel zum Segen der Menschen geleistet. Natürlich
werde sich der Landkreis bei den anstehenden Aufgaben einbringen müssen. Es sei
eine enorme Bilanz, welche die Kronacher Wehr aufzeigen könne mit dem Ziel,
anderen Menschen zu helfen. Helfen könne man nur, wenn man gut ausgebildet sei
und es eine effektive Führung gebe. Ausdrücklich lobte Landrat Marr den
verstorbenen Georg Hugel, dem alle zu sehr viel Dank verpflichtet seien.
Staatliches Ehrenzeichen
Kronach - Für 25-jährigen aktiven Dienst zeichnete Landrat Oswald Marr
gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Bernd Steger den Feuerwehrkameraden
Hans-Werner Schmidt mit dem Staatlichen Feuerwehrehrenzeichen aus.
Ehrungen
Für 30-jährige Mitgliedschaft wurden Dr. Manfred Blinzler, Günter May und Jürgen
Panzer geehrt. Seit 40 Jahren ist Georg Papstmann dabei. Vor 50 Jahren wurde
Kaminkehrermeister Rudolf Richter Mitglied der Kronacher Feuerwehr. Er erhielt
den St. Florian und eine Ehrenurkunde.
Für zehnjährigen aktiven Dienst erhielten Florian Dorsch, Christian Grebner,
Michael Kätzel, Sebastian Löffler, Florian Pohl und Martin Renz Ärmelstreifen,
für 20-jährigen aktiven Dienst Michael Dittrich und Thomas Engelhardt.
Für langjährige Arbeit in Führungspositionen wurden Karl-Heinz Lieb und
Gottfried Müller ausgezeichnet.
Das städtische Verdienstabzeichen in Bronze erhielten Matthias Bauer, Thomas
Gareis, Thomas Grebner und Martin Schedel, das Verdienstabzeichen in Silber
Florian Pohl und Klaus Prockl, das Verdienstabzeichen in Gold Christian Grebner.
Eine Medaille erhielt Christian Reuß. Präsente bekamen Christian Büttner, Stefan
Jakobi und Gerwin Lieb, ein Buch erhielten Josef Barnickel, Klaus Fischer,
Jürgen Panzer, Dietmar Pohl und Thomas Porzelt.
Beförderungen
Zum Feuerwehrmann wurde Daniel Prockl befördert, zum Oberfeuerwehrmann Christian
Grebner, Michael Kätzel und Florian Pohl, zum Brandmeister Christian Lieb und
Walter Wicklein, zum Oberbrandmeister Georg Panzer.
Ärmelstreifen für Atemschutz erhielten Matthias Bauer, Thorsten Gadzek, Thomas
Gareis, Thomas Grebner, Daniel Jakobi, Daniel Prockl und Roland Schmitt.
Gerätehaus und Ersatzbeschaffungen
Kronach – Die Unterbringung der Fahrzeuge widerspreche derzeit allen
Sicherheitsbedingungen, las Kommandant Burkhard Grebner aus dem letztjährigen
Besichtigungsbericht über die Kronacher Wehr vor. Kreisbrandinspektor Ulrich
Müller und für den Atemschutz Kreisbrandmeister Ralf Weidenhammer führten die
turnusgemäße Besichtigung der Wehr durch. Der Neubau eines Gerätehauses müsse
mit Entschlossenheit schnellstens in Angriff genommen werden, hieß es im
Bericht. Für das 29 Jahre alte Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 müsse Ersatz
beschafft werden.
Die Kronacher Feuerwehr leiste einen hervorragenden Dienst für die Stadt und den
ganzen Landkreis, wurde gelobt. Angeregt wurde, die Wehr auch für Damen zu
öffnen. Im Bereich des Atemschutzes müssten zumindest die ältesten Funkgeräte
gegen neue Mehrkanalgeräte ausgetauscht werden.
Zahlreiche Einsätze
Kronach - Die Freiwillige Feuerwehr Kronach wurde im vergangenen Jahr zu
24 Bränden und 84 technischen Hilfeleistungen gerufen, berichtete Kommandant
Burkhard Grebner. 60 Sicherheitswachen wurden geleistet, es gab 17
Fehlalarmierungen, davon vier als böswilliger Alarm. Ingesamt war die Kronacher
Wehr 2007 bei 192 Einsätzen, bei denen 2970 Einsatzstunden geleistet wurden.
Grebner machte deutlich, wie viel Geld die Stadt durch diesen ehrenamtlichen
Einsatz jedes Jahr spart. 99 Mal war die Nachalarmierungsstelle im Einsatz.
Gleich zu Beginn des vergangenen Jahres kam es zum Großbrand beim Hagebaumarkt.
Nur einige Stunden später fegte „Kyrill“ über Stadt und Landkreis hinweg. Im
Juli wurden die Kronacher mit einigen Fahrzeugen zu einem Großbrand nach Nurn
gerufen.
Eine Frau, die Selbstmord begehen wollte und bei hohem Wasserstand in den Fluss
sprang wurde gerettet. Es folgten ein Wohnhausbrand in der St.-Johannesstraße
und ein Großbrand in Vogtendorf.
Rattenrettung
Kronach – Zu den fast 200 Einsätzen der Kronacher Feuerwehr
gehörte im vergangenen Jahr auch ein Einsatz, der im Nachhinein zum Schmunzeln
bringt. So ereilte die Wehrmänner im November gegen 19.45 Uhr ein Hilferuf, weil
eine ausgewachsene Ratte durch den Haupteingang in den Bekleidungsmarkt kam. Das
Einkaufspersonal konnte das Tier in einer Kabine dingfest machen. Drei Mann
machten sich mit dem Rüstwagen zur „Raubtierjagd“ auf. Mittels zweier
Pappschachteln wurde die Ratte schließlich dingfest gemacht und in einer
Wiesenfläche am Stadtrand wieder ausgesetzt. Das Verkaufspersonal konnte wieder
von den Kassentresen herunter steigen.
FFW Kronach 150-Jahr-Feier
Kronach – Im Jahr 2012 wird die Freiwillige Feuerwehr Kronach
ihr 150-jähriges Bestehen feiern. Für dieses Fest will Vorsitzender Stefan
Wicklein möglichst alle historischen Gerätschaften gangbar und vorzeigbar
machen. Ihn würde es freuen, wenn es gelänge, den alten Opel Blitz für das
Jubiläum wieder aus dem Ruhrgebiet nach Kronach holen zu können.
„Die 150-Jahr-Fier soll auf jeden Fall wieder ein Highlight in unserer
Vereinsgeschichte darstellen“, erklärte Stefan Wicklein. Die Termine sein
bereits festgelegt und die Örtlichkeiten reserviert. „Nun gilt es, dieses Fest
mit Leben zu erfüllen.“ Hier seien die Ideen jedes einzelnen gefragt. Alle sein
aufgerufen, Iden und Vorschläge einzubringen.
Mit Unterstützung von Bürgermeister Manfred Raum sei im Bauhof eine Lösung für
die historischen Feuerwehrgerätschaften gefunden worden. Hier kann das
historische Material auch wieder hergerichtet werden. Aufgabe müsse sein, neben
der bereits hergerichteten Saug- und Druckspritze weitere Geräte in neuem Glanz
erstrahlen zu lassen. rg
Fotos: Karl-Heinz Lieb
Bericht: Rainer Glissnik (Herzlichen Dank!)
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