
Stadträte besuchten Feuerwehr
Besichtigung der Gerätehäuser Kronach und Kulmbach
Kronach. Auf Einladung der Führung der Kronacher Feuerwehr informierten sich
Mitglieder aller im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Bürgermeister
Wolfgang Beiergrößlein am vergangenen Freitag über die Problematik
Feuerwehrhaus Kronach. Kommandant Burkhard Grebner, der die Begrüßung und
Einleitung vornahm, griff die Worte des Kreisbrandinspektors auf, welcher in
seinem letzten Besichtigungsbericht für die Kronacher Feuerwehr eindeutig
festgestellt hatte, dass es einem Wunder gleiche, dass in Anbetracht der
derzeitigen Unterbringung und der Vielzahl von Einsätzen noch nichts
passiert sei.

Einleitend informierte Vorsitzender Stefan Wicklein die Stadtratsmitglieder
mit einer Multimediapräsentation über die vielfältigen Aufgaben und das
gesellschaftliche Engagement der Kronacher Feuerwehr. Derzeit leisten hier
87 freiwillige Feuerwehrmänner Dienst und haben allein 2007 fast 200
Einsätze abgearbeitet.
Im folgenden ging Kommandant Burkhard Grebner auf die Entwicklung des
derzeitigen Gerätehauses ein. Beim Bau des Hauses 1969 habe die Kronacher
Feuerwehr 5 Fahrzeuge und 2 Anhänger gehabt. Mittlerweile sei man bei 12
Fahrzeugen und 10 Anhängern, die auf vier Standorte im Stadtgebiet verteilt
untergestellt sind. Grebner machte deutlich, dass die Zunahme an
Gerätschaften nur auf die Zunahme von Aufgaben der Feuerwehr zurückzuführen
sei. So sind seit 1969 zahlreiche Einsatzgebiete neu hinzu gekommen. Als
Beispiele nannte er hier die technische Hilfeleistung, den Strahlenschutz,
den Chemieschutz oder den Umwelt- und Gewässerschutz. Auch sei
zwischenzeitlich die Feuerwehr um eine Jugendgruppe erweitert und zahlreiche
zusätzliche Einrichtungen im Gerätehaus etabliert worden. Hier nannte er die
Atemschutzübungsanlage, die Nachalarmierungsstelle, die Atemschutzwerkstatt
des Landkreises sowie die durch den Gerätewart mit zu erledigenden
Wartungsarbeiten für zwischenzeitlich zwölf Stadtteilwehren.
Bei einem anschließenden Rundgang durch das Gerätehaus unter Führung von
Kreisbrandmeister Martin Panzer konnten sich die Stadträte ein Bild von den
vielen Problemen im Gerätehaus machen. Viel zu enge Ausfahrten und
Einstellplätze, eine fehlende Abgasabsauganlage, Arbeitsräume ohne
Belichtung und Belüftung, fehlende Stellplätze für die
Feuerwehrdienstleistenden bei einem Einsatz, unzureichende sanitäre
Ausstattung oder rutschige Bodenbeläge seien nicht nur ein Manko sondern
teilweise ein echtes Sicherheitsrisiko für die ehrenamtlichen Helfer.
Auch die Arbeitsabläufe des Gerätewartes seien oft arbeitsschutzrechtlich
sehr bedenklich einzustufen. Viele Räume im Gerätehaus würden in bis zu
vierfacher Funktion genutzt – andere übliche Einrichtungen, wie
Kommandantenbüro, Jugendraum oder Geräte- und Ersatzteillager fehlten ganz.
Oft müsse man daher schon auf Privaträume der Führung oder einzelner
Mitglieder ausweichen, da durch die Bauart des Hauses Parallelnutzungen oft
nicht möglich seien.
Im Anschluss hatten die Ratsmitglieder noch die Möglichkeit, das 1996
fertiggestellte Gerätehaus der Feuerwehr Kulmbach zu besichtigen, welches
von der Stellplatzzahl und den enthaltenen Einrichtungen dem Wunsch der
Kronacher Führung sehr nahe kommt. Unter Führung der Kommandanten Heinrich
Poperl und Michael Weith sowie Vorsitzenden Benno Pieger wurden
Räumlichkeiten und Arbeitsabläufe erläutert. Sehr positiv hat sich in
Kulmbach nach deren Ausführungen ausgewirkt, dass die Feuerwehrführung bei
allen relevanten Entscheidungen ein Mitspracherecht in den politischen
Gremien hatte.
Kommandant Burkhard Grebner führte noch aus, dass die Hoffnung der Feuerwehr
darin liege, dass sich alle Bürgermeisterkandidaten und damit alle
Fraktionen im Wahlkampf eindeutig für eine rasche Umsetzung ausgesprochen
hätten. Auch der Feuerwehr sei bewusst, dass die Haushaltslage der Stadt
nicht sehr gut sei, jedoch handele es sich bei der Ausstattung der Feuerwehr
um eine Pflichtaufgabe der Kommune. Er betonte, dass die Feuerwehr selbst
nichts brauchen würde. Die Feuerwehrmänner brauchen Geräte, Ausrüstung und
Arbeitsräume nicht für sich sondern nur dafür, um freiwillig den Menschen in
der Stadt und weit darüber hinaus helfen zu können.


In Kulmbach: (v.l.) SRin Daniela
Fischer-Petersohn, SR Jonas Geissler, SR Hans-Georg Simon,
Gerätewart Georg Panzer (KC), SR Edgar Dunst, Kommandant Burkhard Grebner
(KC), Vorsitzender
Benno Pieger (KU), Kommandant Heinrich Poperl (KU), Kreisbrandmeister Martin
Panzer (KC),
SRin Carin Bülling, stv. Kommandant Michael Weith (KU), Vorsitzender Stefan
Wicklein (KC)
HERZLICHEN DANK AN DIE KAMERADEN DER FREIWILLIGEN
FEUERWEHR KULMBACH FÜR DIE FACHKUNDIGE FÜHRUNG!
Fotos & Bericht: Stefan Wicklein