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Dachstuhlbrand JVA

 

 

Einsatz mit vielen Herausforderungen

 

 

Am Freitag, 31.08.2018, wurden die Feuerwehren Kronach, Küps und Neuses sowie die UG ÖEL und das THW um 06:09 Uhr mit dem Stichwort "B4 - Dachstuhlbrand Festungsstraße 9 - Justizvollzugsanstalt Kronach" alarmiert. Das Brandobjekt befindet sich nur ca. 100 Meter vom Gerätehaus entfernt. Dennoch mussten die ersten Fahrzeuge über eine ca. 4 Kilometer lange Umleitung anfahren, da die vor dem Brandobjekt befindliche Festungsstraße derzeit neu gebaut wird und dadurch gesperrt war. Erst im weiteren Verlauf des Einsatzes konnte die Baustelle durchfahrbar gemacht werden. Der Einsatzleiter, stellvertretender Kommandant Christian Grebner, begab sich zu Fuß zur Einsatzstelle. Bei der ersten Erkundung wurde offenes Feuer und starke Rauchentwicklung im südlichen Dachgeschossbereich festgestellt. Durch die ersteintreffenden Kräfte wurden sofort C-Leitungen von der Steigleitung unter umluftunabhängigen Atemschutz ins Dachgeschoss und in das 2. Obergeschoss vorgenommen. Über das LF 16/12 und das TLF 4000 wurde die Wasserversorgung für die Steigleitung sichergestellt. Vom LF 8/6 rüsteten sich weitere Atemschutztrupps aus.

Zeitgleich wurde eine Wasserversorgung vom Hydrantennetz aufgebaut und eine zweite Versorgungsleitung bis zur Oberen Stadt verlegt. Die Stadtwerke wurden verständigt um eine Druckerhöhung auf dem Leitungsstrang zur Festung vorzunehmen. Die Drehleiter Kronach ging an der Ostseite, die Drehleiter Küps an der Südseite in Stellung.

Die vorgehenden Atemschutztrupps konnten die offenen Flammen ablöschen, die Rauchintensität nahm jedoch weiter zu. Durch das Personal der JVA wurde parallel zur Brandbekämpfung zunächst die Teilevakuierung des betroffenen Bereichs, später die komplette Evakuierung mit Unterstützung von Polizei- und Justizkräften aus dem weiteren Umkreis durchgeführt.

Zur Bildung weiterer Atemschutzreserven wurden um 06:26 Uhr die Feuerwehren Friesen und Höfles nachalarmiert. Im 2. Obergeschoss wurde damit begonnen, die Decken zu öffnen, was sich bauartbedingt als sehr arbeitsintensiv und langwierig erwies. Das aus dem Jahr 1802 stammende Gebäude hatte einen massiven Deckenaufbau. Neben einer 40-50 cm starken Balkendecke mit zwischenliegenden Schüttungen war die Decke mit mehreren Bretterschalungen und verschiedenen Heraklith- und Rigipslagen beplankt. Im Flurbereich war zudem ein massives Stahlgitter als Ausbruchschutz vor die Decke gesetzt worden. Im Dachgeschoss war über die gesamte Geschossdecke eine ca. 20-30 cm starke, mit Stahlarmierung versehene, Betonplatte über die letzte Bretterlage und eine Bitumen-Trennschicht gegossen worden.

Da durch die im Dachgeschoss verbaute Betonlage nicht abgeschätzt werden konnte, wie weit sich das Feuer bereits in der historischen Holzdecke ausgebreitet hatte, wurden um 06:54 Uhr die Feuerwehren Gehülz und Seelach zum vorsorglichen Aufbau einer Wasserversorgung vom Haßlach-Fluss und die Feuerwehren Knellendorf, Dörfles und Glosberg zur Unterstützung bei einer eventuell erforderlichen Schnell-Evakuierung der gesamten JVA alarmiert.

Bei der Öffnung der Decke im 2. Obergeschoss wurde offenes Feuer an den an der Südseite befindlichen Balkenlagen festgestellt und abgelöscht. Die Drehleiter der Feuerwehr Küps begann daraufhin mit der Öffnung des Daches an der betreffenden Stelle von der Außenseite.

Unter Aufbietung von hydraulischem Rettungsgerät, Rettungssägen, Motor- und Elektroflex, Motorsägen und einer extra während der Löscharbeiten beschafften Handkreissäge arbeiteten sich die Trupps im 2. OG unter Atemschutz durch den Deckenaufbau bis zur Betondecke vor. Im Dachgeschoss setzte das THW Bohrungen im Halbkreis rings um die offensichtliche Brandstelle, um so den Brandbereich eingrenzen zu können.

Gegen 09:30 war die Decke soweit geöffnet, dass eine weitere Ausbreitung ausgeschlossen werden konnte. Erste Feuerwehren wurden aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst und der Rückbau der Wasserförderung von der Haßlach durchgeführt. Dennoch gab es an der Südseite noch Glutbereiche, welche vom 2. OG nicht erreicht werden konnten. Nach Rücksprache mit einem Statiker begann das THW damit, die Betondecke aufzustemmen, um an die vermuteten Brandstellen zu gelangen. Gegen 11:00 Uhr waren auch diese Arbeiten abgeschlossen und alle Wehren außer Kronach und Küps wurden aus dem Einsatzgeschehen herausgelöst. Durch das THW wurden Abstützarbeiten im 2. Obergeschoss durchgeführt.

Parallel zum Einsatzverlauf wurde die gesamte Justizvollzugsanstalt geräumt und die Häftlinge mit einem Großaufgebot an Polizei- und Justizkräften auf Haftanstalten in ganz Bayern verteilt. Auch war das Bayerische Rote Kreuz mit zahlreichen Kräften vor Ort, sicherte das Einsatzgeschehen ab und versorgte die fast 300 Einsatzkräfte mit Speisen und Getränken.

Nach Beendigung der Löscharbeiten wurde der Dachbereich durch das THW verschlossen. Gegen 16:00 Uhr konnte die Feuerwehr Kronach die Einsatzstelle verlassen. Bis zum Abend fanden weitere Kontrollen des Brandbereiches mit der Wärmebildkamera statt. Anschließend kontrollierte das Personal der JVA den Brandbereich in regelmäßigen Abständen bis zum Sonntag Mittag. Vorsichtshalber wurden zwei Strahlrohrstrecken bis zum Samstag im Gebäude belassen.

Die Aufräum- und Aufrüstarbeiten zogen sich bis zum Samstag Nachmittag hin.

Der Ermittlungen zur Brandursache ergaben, dass wahrscheinlich ein Häftling den Brand vorsätzlich gelegt hatte.

 

 

Danke!

Der Brandeinsatz in der Justizvollzugsanstalt Kronach war für alle Beteiligte eine besondere Herausforderung. Durch das vorbildliche Zusammenwirken aller Hilfsorganisationen und Behörden konnte der Brandherd eingedämmt werden, bevor noch viel größerer Schaden entstanden wäre und dies glücklicherweise auch ohne das größere Personenschäden zu beklagen sind. 180 Feuerwehrangehörige und weitere 100 Einsatzkräfte von THW, Polizei und BRK waren an der Einsatzstelle. Allein über 30 Feuerwehrleute mussten unter schwerem Atemschutz eingesetzt werden, weitere zehn standen in Bereitschaft. Um eine ausreichende Wasserversorgung zu gewährleisten, wurden Versorgungsleitungen von der Oberen Stadt und von der Haßlach bis an die Festungsstraße verlegt. Durch das THW mussten schwere Stemmarbeiten an Betonbauteilen durchgeführt werden. Um die 100 Häftlinge wurden parallel zur Brandbekämpfung in Sicherheit gebracht. Insgesamt ein Einsatz, der nicht als alltäglich bezeichnet werden kann.

Wir möchten uns daher für die großartige Hilfe und die gute Zusammenarbeit bei allen am Einsatz beteiligten bedanken. Hier insbesondere bei

- den Feuerwehren aus Dörfles, Friesen, Gehülz, Glosberg, Höfles, Knellendorf, Küps, Neuses und Seelach
- der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung der Feuerwehren Pressig und Rothenkirchen
- den Mitgliedern der Kreisbrandinspektion
- der Intergrierten Leitstelle Coburg
- den Kameradinnen und Kameraden des Technischen Hilfswerks Kronach
- den Kameradinnen und Kameraden des Bayerischen Roten Kreuzes für Verpflegung und Betreuung
- den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der JVA Kronach
- den Polizei- und Justizbeamten aus der ganzen Region
- den Stadtwerken Kronach
- allen Vertretern von Kommunal- und Staatsbehörden

"Vergelt´s Gott" für Euren Einsatz und Eure Unterstützung!


Danke natürlich auch allen eigenen Einsatzkräften für ihr engagiertes Arbeiten und die Mithilfe bei den umfangreichen Nacharbeiten!

FREIWILLIGE FEUERWEHR STADT KRONACH

 

 

Bericht: Stefan Wicklein
Fotos: Mark Panzer, Caro Wicklein, Stefan Wicklein

 

 

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