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Historisch-Heiteres

 

Historisch-Heiteres aus der Zeitung „Fränkischer Wald“

 

Zugfahrzeuge anno 1884

Amtsblatt vom Dienstag, den 14.03.1882

Eingesandt.

Bei dem jüngsten Brande in Schmölz mußte die Pflichtfeuerwehr in Tüschnitz trotz aller Bitten an den alleinigen Pferdebesitzer im Orte, seine Pferde vorzuspannen, die Maschine eigenhändig nach Schmölz schieben. Wer die Steigung der Straße von Tüschnitz bis in die Nähe von Schmölz kennt, wird die Anstrengung der nur geringen Mannschaft zu würdigen wissen, welche der Transport der Spritze verursachte. Man erlaubt sich daher die Frage: Kann in solchen Fällen ein Pferdebesitzer, wenn ihn seine Nächstenliebe nicht dazu bewegen kann, zur Hilfeleistung nicht gezwungen werden?

 

Brandstiftung anno 1884

Fränkischer Wald vom Montag, den 11.02.1884 

Aus Nordhalben vom Gestrigen wird uns geschrieben: Es war heute früh kurz nach 3 ½ Uhr, als ich durch den Ruf Feuer geweckt wurde. Es stand das Wohnhaus des Sattlers Hellgoth in hellen Flammen. Auf die Straße geeilt, überzeugte ich mich, daß es dießmal - was das Brennen anbelangt - um Nordhalben noch gut steht, denn es war nahezu windstill. Unerklärlich bleibt es daher, daß auch bei Gastwirth Joh. Schübel ein Strohsack in Flammen gerieth, die aber von Herbeieilenden gedämpft wurden und hiedurch der Brand auf das Hellgoth´sche Haus beschränkt blieb. Brandstiftung wird vermuthet, da notorisch ist, daß Hellgoth in Subhaftation ist und Schübel nach Hof abzieht.

  

Provinzposse anno 1893 

Fränkischer Wald vom Donnerstag, den 09.03.1893

Vom Frankenwalde. Es gehört gewiß nicht zu den Seltenheiten, daß Personen, die durch ihr segensreiches Wirken, Schaffen und Walten sich verdient gemacht haben, beim Scheiden aus dieser Welt der wohlverdiente Dank in die stille Gruft nachgerufen und ihnen ein sanfter Friede gewünscht wird. Daß dies aber auf folgende Weise geschehen, dürfte als Curiosum für die Leser des „Fränkischen Waldes“ nicht ohne Interesse sein. Im Laufe voriger Woche verstarb nämlich im Pfarrdorfe B. ein k. Beamter, der während seines langjährigen Wirkens in dieser Gemeinde sich auch unsterbliche Verdienste um die freiwillige Feuerwehr erworben zu haben scheint. Denn ein Mitglied dieses Vereins fühlte sich verpflichtet, dem Verstorbenen am offenen Grabe den aufrichtigsten und innigsten Dank auszusprechen und wurde so wehmuthsvoll bewegt, daß er alle Leidtragenden am Schlusse seiner Rede aufforderte, mit einzustimmen in den dreimaligen Ruf: Herr N.N. - er nannte den Namen des Verstorbenen - lebe hoch! Die anwesenden leisteten bereitwilligst Folge und können sich gewiß rühmen, auf eine ganz orginelle Weise einem Verstorbenen die letzte Ehre erwiesen zu haben. 

Anm.: Es handelte sich um die Beerdigung des kgl. Försters Georg Meyer in Birnbaum, welcher am 23.02.1893 verstarb.

 

Heiterer „Falscher Alarm“ am 19. März 1898

Fränkischer Wald vom Montag, den 21.03.1898 

Kronach. [Einges.] Welch wachsame Mitglieder die hiesige Stadt unter ihrer freiwilligen Feuerwehr besitzt, mag aus nachstehendem Vorfall ersichtlich werden. Am Sonnabend um die Mitternachtstunde hörte ein bereits in Morpheus Armen gelegener, um das Feuerwehrwesen sich schon viele Verdienste erworbener Bürger ein anhaltendes Pfeifen. Er glaubte nicht anders, als daß dasselbe ein Nothsignal einer der umliegenden Fabriken sei. Aus dem Bett springen, sich in Uniform werfen und mit brennender Laterne zum Spritzenhaus eilen, war das Werk weniger Augenblicke seitens des pflichteifrigen Mannes. Zum Glück trifft er noch einen gerade mit dem letzten Zuge eingetroffenen Abtheilungsführer und bald sind noch mehrere Feuerwehrleute aus dem Schlafe geweckt und vor dem Spritzenhaus versammelt, woselbst alles in Bereitschaft gestellt wird, um auf gegebenes Signal sofort abrücken zu können. Das Pfeifen dauert fort. „- Das ist in der Union,“ werden Stimmen laut. Jetzt setzt das Pfeifen einige Minuten aus. „Jetzt haben sie keinen Dampf mehr,“ erläutert ein Sachkundiger. Mittlerweilen haben sich auch Zuschauer eingefunden und einem derselben gelingt es, die ominöse „Dampfpfeife“ zu ermitteln. Als solche entpuppte sich nämlich der benachbarte Gaskandelaber am Marktplatz, welcher, wohl infolge zu starken Gasdruckes, das seltsame Pfeifen ertönen ließ. - Mag der geschilderte Vorfall auch einen etwas belustigenden Eindruck machen, immerhin ist der hiebei an den Tag gelegte Pflichteifer höchst lobenswerth.

 

Vorurteil Alkohol und Feuerwehr anno 1898

Fränkischer Wald vom Dienstag, den 16.08.1898 

Nordhalben, 14. August. Die heute durch Herrn Bezirksfeuerwehr-Vertreter Eichhorn in Rothenkirchen dahier vorgenommene Inspektion der freiwilligen und Pflichtfeuerwehr verlief äußerst günstig. Die Uebungen wurden sehr exact ausgeführt. Nach denselben vertheilte Herr Eichhorn an 8 Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr das Ehren-Diplom für ununterbrochene 15jähri-ge Dienstzeit. Genannter Herr gratulierte jedem der Jubilare und wünschte, daß es ihnen vergönnt sein möge, in zehn Jahren sich auch das Ehrenzeichen an die Brust heften lassen zu können. Hernach fand Concert und Ball statt. Bei der großen Hitze (24° R. im Schatten) gab es viele durstige Kehlen, aber auch - Brände.

Fränkischer Wald vom Samstag, den 27.08.1898 

Ein Feuerwehrmann aus Nordhalben schreibt uns: „Auf die Notiz in Nr. 186 des „Fränkischen Waldes“ vom 16. August sieht man sich veranlaßt, zu bemerken, daß die „Brände“ der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Nordhalben bei Gelegenheit der Feuerwehr-Inspektion gewiß nicht so außergewöhnlicher Natur gewesen sein dürften - ja ist es sogar Thatsache, daß sämmtliche Mitglieder des genannten Vereins noch spät in der Nacht sich in vollständig zurechnungsfähigem Zustande befunden haben. Uebrigens sei noch angeführt, daß es auch bei anderweitigen Gelegenheiten und in anderen Vereinen, als es die Feuerwehr ist, schon Brände gegeben hat, worüber man aber so anständig war, zu schweigen und die Presse nicht damit beschäftigte. - Ein Feuerwehrmann. - [Nur nicht so empfindlich, sonst hört die Gemüthlichkeit auf. D. Red.]

 

Benützung des Fahrrades im Feuerwehrdienst anno 1898

Fränkischer Wald vom Freitag, den 30.12.1898

Der bayerische Landesfeuerwehrausschuß hat neuerdings die Benützung des Fahrrades im Feuerwehrdienste gestattet, jedoch an gewisse Bedingungen geknüpft, welche in den Bestimmungen des Bayerischen Landesfeuerwehrausschusses über das Radfahren im Feuerwehrdienste zusammengefaßt sind. Das Staatsministerium d. I. hat vom Standpunkte der Staatsaufsicht über die Landesunterstützungskasse für die freiwilligen Feuerwehren in Bayern r. d. Rh. gegen den Vollzug dieser Bestimmungen keine Erinnerung erhoben, jedoch ausdrücklich vorbehalten, daß die Bestimmungen wieder außer Wirksamkeit gesetzt werden, wenn durch Unglücksfälle in Folge Benützung des Fahrrades die Landesunterstützungskasse übermäßig belastet werden sollte, oder wenn sich sonstige Unzukömmlichkeiten im Vollzuge ergeben sollten.

 

Behandlung von Brandstiftern anno 1899

Fränkischer Wald vom Mittwoch, den 03.05.1899

Wolfersdorf bei Stockheim, 2. Mai. Heute früh sind dahier infolge Brandstiftung 2 Scheunen niedergebrannt. Es ist gelungen, den Thäter in der Person des Gastwirths Lang von hier, der von der Volksmenge grün und blau geschlagen wurde, zu verhaften und ins Gefängnis nach Kronach einzuliefern. Die Gendarmerie hatte große Mühe, die Menge vor weiterer Lynchjustiz abzuhalten.

Stefan Wicklein
FFW Kronach

(Veröffentlichung nur mit Genehmigung!)

 

 

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